Pressemitteilung

Sportbad wird zum Familienbad


Mainzer Stadtwerke und Gutachter setzen bei der Sanierung nur noch auf zwei Funktionsbereiche: Größere Sauna statt Erlebnisbad –Starke Besucherzahlen  

MAINZ. Die Besucherresonanz im Sportbad und im Freibad am Taubertsberg ist außergewöhnlich gut,  die bauliche Situation außergewöhnlich anspruchsvoll: So lassen sich die ersten zehn Monate zusammenfassen, in denen die Mainzer Stadtwerke AG und deren Tochter Mainzer Stadtbad GmbH das Schwimmbad in Eigenregie betrieben haben. Der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Daniel Gahr sowie Stadtbad-Geschäftsführerin Kerstin Stumpf zogen heute eine Bilanz seit der Übernahme des Bades zum 1. Januar 2018 und informierten die Medien bei einem Rundgang durch das Bad über die weiteren Schritte bei der Sanierung.

     

„Alle Maßnahmen, die wir bisher unternommen haben, stehen unter der Randbedingung, dass der Schwimmbad-Betrieb im Sportbad und im Sommer im Freibad gewährleistet bleiben musste“, stellt Kerstin Stumpf klar. Insbesondere für die Schulen und den Schwimmunterricht sowie die Schwimmvereine ist das Sportbad unverzichtbar. Im Fokus stand seit Jahresbeginn daher zunächst der Auf- und Ausbau einer betriebssicheren Organisation des Bades. „Aufgrund der besonders schlechten technischen Ausgangssituation waren und sind im Betrieb jedoch täglich neue Herausforderungen zu stemmen“, erläutert Kerstin Stumpf. Das betrifft aktuell den Sprungturm, der aus Sicherheitsgründen und neuer TÜV-Gutachten derzeit außer Betrieb ist, aber im November wiedereröffnet werden soll. Sanierungsbedarf gibt es aber auch beim Zustand und der Funktionalität unter anderem der Duschen. „Das sind Arbeiten, die teilweise aktuell nicht gemacht werden können, da sie größere Sanierungsarbeiten erfordern und wir dann das Bad länger schließen müssten.“

 

Trotz dieser aktuell nicht ganz zu vermeidenden Beeinträchtigungen haben die Mainzerinnen und Mainzer das Taubertsbergbad in Rekordzeit wiederentdeckt und nehmen die neuen Angebote wie Familientage oder 50-plus-Angebote sehr gut an. Bis Ende Oktober kamen in das Sportbad knapp 120 000 Besucherinnen und Besucher, davon mehr als 28 000 aus Schulen und Vereinen. Hervorragende Zahlen mit 93 000 Besucherinnen und Besucher weist auch das Freibad auf. Zum Vergleich: In den Vorjahren waren 39 000 bis 76 000 Gäste im Freibad. Sehr positiv fiel auch die Resonanz auf die regelmäßigen Konzerte im Freibad in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Hof aus.

 

Wie sieht die Situation bei der Sauna und im Erlebnisbereich aus?

Die Mainzer Stadtwerke haben im Sommer die bis dahin laufenden Arbeiten zur Sanierung der Sauna gestoppt. „Aufgrund der immer neu zu Tage getretenen massiven baulichen Mängel in der Gebäudesubstanz macht die Sanierung der Sauna in der ursprünglich geplanten Form aus unserer Sicht keinen Sinn“, stellt Daniel Gahr fest. Aufgrund der engen Verzahnung aus Dach, Fassade und Innenausbau von Sauna und ehemaligem Erlebnisbad, ist nun vorgesehen, die Restarbeiten aus dem Saunabereich in das Gesamtsanierungsprojekt zu integrieren. Aufgrund der in den vergangenen Monaten gemachten Erfahrungen mit dem Bad und der Substanz des Gebäudes haben die Stadtwerke die ursprünglich geplante 1:1-Erneuerung von Sportbad, Erlebnisbad und Sauna auf den Prüfstand gestellt. Gahr: „Auch die uns beratenden Experten der Gesellschaft GMF sowie der Bad-Sachverständige Dr. Klaus Batz sind überzeugt davon, dass Sauna und Erlebnisbad in ihrer ursprünglichen Größe und Ausstattung dauerhaft nicht wettbewerbsfähig sind – auch nicht nach einer Sanierung.“ Aus heutiger Sicht erscheint es daher sinnvoller, das bisher dreigliedrige Konzept abzuwandeln und künftig nur noch auf zwei statt wie bisher auf drei Funktionsbereiche zu setzen: ein kombiniertes Sport- und Familienbad auf der einen Seite sowie einen großzügigeren Sauna- und Wellnessbereich auf der anderen Seite. Diese Variante erscheint aus Sicht der Stadtwerke und der Gutachter auch betriebswirtschaftlich die interessanteste. Derzeit wird aus betrieblicher Sicht die Ausweitung des Saunabereiches auf die Fläche des ehemaligen Erlebnisbades und eine Erweiterung des Sportbads um einen Familienbereich präferiert.

 

Aktuell laufen die Vorbereitungen zu einer europaweiten Ausschreibung für diese Variante. Erst wenn diese Ausschreibung durch ist, kann verlässlich etwas über Zeit- und Kostenrahmen dafür gesagt werden. Der Aufsichtsrat der Mainzer Stadtwerke ist über dieses Thema unterrichtet. Es gibt bei den Stadtwerken einen eigens gegründeten Stadtbad-Ausschuss, dieser wird fortlaufend und regelmäßig über das Taubertsbergbad informiert.

 

Sanierungen auch im Freibad

Bei den Vorbereitungsarbeiten für die Freibadsaison 2018 wurde festgestellt, dass der so genannte Potentialausgleich um die Becken nicht gewährleistet ist, was zu umfangreichen Tiefbauarbeiten führte, um die Sicherheit für die Badegäste gewährleisten zu können. Außerdem wurden Undichtigkeiten am Schwimmerbecken festgestellt, die für die Freibadsaison notdürftig repariert werden konnten, genauso  wie die Pumpe für die Rutsche. Kerstin Stumpf: „In den nächsten zwei Jahren stehen daher auch größere Sanierungsarbeiten im Freibadbereich an.“ Die sind auch deshalb unumgänglich, weil das Freibad während der späteren Sanierung des bestehenden Gebäudekomplexes aus Sportbad und heutigem Sauna-/Erlebnisbadbereich eventuell mit einer Traglufthalle im Winter als provisorischer Sportbadersatz dienen könnte.

Bei der Freibadertüchtigung geht es unter anderem um den Austausch von Filtern und Pumpen, die Sanierung der Toiletten und Duschen sowie die Arbeiten am Schwimmerbecken. Aufgrund der beschränkten Zugänglichkeit waren die Probleme an dem 50-Meter-Becken vor der Übernahme des Bades durch die Stadtwerke nicht erkennbar. Angedacht ist daher ein Beckentausch mit teilweiser Reduzierung der Wassertiefe, um den Betrieb energetisch zu optimieren und das Becken für die Besucherinnen und Besucher besser nutzbar zu machen. Zusätzlich werden im Freibad zur Verbesserung der Familienfreundlichkeit eine Entzerrung von Kinderbecken und Matschspielplatz, sowie eine Umnutzung des bisherigen Matschspielplatzes als Wasserspielplatz geprüft. Einige dieser Arbeiten werden jetzt vorgezogen, die Sanierung des Schwimmerbeckens im Freibad kann frühestens nach dem Sommer 2019 erfolgen.