Pressemitteilung

Neues Becken und Traglufthalle fürs Freibad


Mainzer Stadtwerke und Stadt stellen die nächsten Schritte zur Sanierung des Taubertsbergbades vor – Erstes Betriebsjahr mit Besucherrekord

MAINZ. Für die bevorstehende Sanierung des Taubertsbergbades sind die ersten konkreten Weichen gestellt: Der Aufsichtsrat der Mainzer Stadtwerke AG hat sich in seiner heutigen Sitzung über die aktuelle Situation des Bades informiert und über Vorschläge zur Attraktivierung des Freibades sowie die nächsten Schritte beim  Umbau der anderen Badbereiche diskutiert.

Das Bad wird seit 1. Januar  2018 von der Mainzer Stadtbad GmbH betrieben – einer hundertprozentigen Tochter der Mainzer Stadtwerke AG. Das erste Betriebsjahr war von den Besucherzahlen her gesehen sehr erfolgreich: Rund 144 000 Badegäste besuchten das Sportbad, etwa 94 000 das Freibad. Macht zusammen rund 238 000 Besucher. Das ist deutlich mehr als in den Vorjahren, als zwischen 148 000 und maximal 214 000 Besucher dort gezählt werden konnten.

Zusätzlich zu den seit Anfang 2018 etablierten Angeboten „50-Plus-Aktiv" und „Familien­Sonntag" wurde ab Januar 2019 das Programm auf „Wassergymnastik am Samstag" ausgeweitet. Anfang März wurde erstmals zusammen mit einem Drittanbieter „Meerjungfrauenschwimmen" im Bad angeboten. Das Taubertsbergbad ist inzwischen auch wieder fest im Schwimmsportkalender etabliert: Im Januar fanden hier die rheinland-pfälzischen und hessischen Meisterschaften im Wasserspringen statt, Anfang Februar ein Zweitliga-Wettkampf des Süddeutschen Schwimmverbands mit mehr als 400 Teilnehmern.

„Die Mainzerinnen und Mainzer haben das Taubertsbergbad nach der Übernahme durch die Stadtwerke sehr gut angenommen. Das freut uns und zeigt, dass die Übergabe des Schwimmbades an die Stadtwerke der richtige Schritt war“, zeigten sich der Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende und Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling und der Beteiligungs- und Sportdezernent Günter Beck bei einem Pressegespräch bei den Stadtwerken vom eingeschlagenen Weg überzeugt. „Die positive Resonanz der Besucherinnen und Besucher ist für uns zugleich Verpflichtung, Schritt für Schritt die bauliche Situation und das Angebot sowie den Service im Bad weiter zu verbessern und parallel die bevorstehende Sanierung und den Umbau mit großem Einsatz voranzutreiben“, verdeutlicht der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Daniel Gahr.

Im vergangenen Herbst hatten die Stadtwerke die früheren Überlegungen, die  eine Eins-zu-eins-Sanierung des bestehenden Erlebnisbades, des Sportbades und des Wellnessbereichs oberhalb des Hauptbahnhofes vorsahen, in Frage gestellt. Dies geschah aufgrund der im Taubertsbergbad gemachten Betriebserfahrungen und nach Rücksprache mit externen Bäderberatungsgesellschaften. Das derzeit noch in der Abstimmung befindliche neue Gesamtkonzept sieht vor, dass das frühere Erlebnisbad zum Teil als Kinderbereich dem bestehenden Sportbad angegliedert wird. Dieses Sportbad wird dadurch wesentlich größer und zu einem neuen Sport- und Familienbad weiterentwickelt. Der andere Teil der bisherigen Flächen des Erlebnisbades wird für eine Erweiterung der Saunafläche dienen. Das Grobkonzept dient zunächst als Grundlage für die Ausschreibung der Planungsleistung. Erst mit der Planung können dann genauere Angaben zu Kosten oder Umbauzeiten  gemacht werden, so dass auch erst dann die endgültige Entscheidung getroffen werden kann.

Unabhängig von der später anstehenden großen Sanierung laufen parallel weitere Ertüchtigungen im Bad. Voraussichtlich vom 23. April bis einschließlich 6. Mai wird das Bad komplett geschlossen bleiben, da in diesem Zeitraum die Steuerungstechnik für das Sportbad erneuert wird. Dies soll vorgezogen werden, da die Befürchtung besteht, dass die vorhandene Steuerung nicht mehr bis zur Generalsanierung „durchhält". Der neue Schaltschrank, der jetzt als Provisorium aufgebaut wird, kann über die Sanierung hinaus weiter verwendet werden. Die für Mitte Mai geplante Freibaderöffnung soll dadurch nicht beeinflusst werden.

Mit dem Schulamt, der Sportverwaltung und den Vereinen werden aktuell zudem weitere Gespräche geführt, um die künftige Bahnenbelegung für den Schul- und Vereinssport weiter zu optimieren und den Schulen mehr Wasserzeiten zu ermöglichen.

Ein großer erster Schritt im Rahmen der Komplettsanierung des Bades wird derzeit für das Freibad vorbereitet: Um während der später anstehenden längeren Sanierungsphase im Sportbad den Schwimmbetrieb für Schulen, Vereine und Schwimmer aufrechterhalten zu können, ist beabsichtigt, das vorhandene 50-Meter-Schwimmerbecken des Freibades als Mehrzweckbecken umzubauen und mit einer eigenen Traglufthalle ganzjährig nutzbar zu machen. Hier drücken die Stadtwerke aufs Tempo. „Der Terminplan der Gesamt-Sanierung sieht vor, dass mit der Beckensanierung des 50-Meter-Beckens des Freibades und der entsprechenden Vorrichtung für den Traglufthallenbetrieb im Freibad direkt nach der Sommersaison 2019 gestartet werden kann“, erläutert die Geschäftsführerin der Mainzer Stadtbad GmbH, Kerstin Stumpf. Klappt alles wie vorgesehen, könnten die Arbeiten im Freibad rechtzeitig zur Freibadsaison 2020 abgeschlossen sein. Konkret geplant ist die Sanierung des Beckens mit Edelstahl. Vorteil: Ein Edelstahlbecken hat  eine wesentlich längere Lebensdauer. Weiterer Vorteil: Das neue Becken soll nicht mehr ganz so tief werden wie das bisherige Schwimmerbecken. Das senkt die Betriebskosten. Und das neue Freibadbecken soll so gestaltet werden, dass Teile der Wasserflächen künftig auch von Nichtschwimmern genutzt werden können.

Bei der Traglufthalle wird aktuell der Kauf einer gebrauchten Halle favorisiert. Die Lösung mit der Traglufthalle hätte den Vorteil, dass zum einen während der späteren Sanierung und Erweiterung des Sportbades zu einem Sport- und Familienbad weiterhin auch im Winter Wasserfläche für Schulen und Vereine zur Verfügung stünde. Und zum anderen könnte nach der Fertigstellung der Generalsanierung das neue Freibadbecken ganzjährig genutzt werden, alternativ könnte die Traglufthalle auch wieder verkauft werden Die Gesamtkosten des Umbaus im Freibad werden auf mehr als 2,2 Millionen Euro geschätzt. Die Mainzer Stadtbad GmbH wird für die energetische Optimierung im Freibad bei der Mainzer Stiftung für Klimaschutz und Energieeffizienz voraussichtlich Zuschüsse in Höhe von 300 000 Euro beantragen.